
es ist zum verrückt werden: seit ich mir die Neuaufnahme der "schönen Müllerin" gekauft habe, läuft das Lied "Trockene Blumen" in Endloswiederholung, ich bin zu ergriffen, um den Aus-Knopf am CD-Gerät zu finden...
Ich gebe ehrlich zu: ich war skeptisch. Jonas Kaufmann singt Schubert!
Sein Aufnahme der Strauss-Lieder hatte mir gefallen, aber Schubert...
Trotzig klammerte ich mich an meine CD mit der Aufnahme von Fischer-Dieskau, in der festen Überzeugung, es könne wie weiland "Der Highlander" nur Einen geben...
Doch beim Besuch der Website eines bekannten Anbieters drängte sich mir die CD quasi auf (ich kann das nicht leiden, dieses "das könnte Sie interessieren!" erstens fühle ich mich beobachtet, was ich gar nicht mag, und zweitens ist es tödlich für die Haushaltskasse. Welch hämische Freude kam bei mir auf, als mir "Sacrificium" von C.Bartoli angeboten wurde. "Ätsch, hab´ich schon!!")
Und dann, beim ersten Hören, wie positiv die Überraschung: da singt kein intellektueller Erzähler aus sicherer Distanz, da spricht der junge Müllersbursche selbst, mit aller Lebenslust, Freude, Liebe, Eifersucht, Leid und Weh. Jonas Kaufmann stellt alle diese Emotionen glaubhaft dar, macht zeitweise vergessen, dass es sich um ein Kunstprodukt handelt. Dies geht beizeiten etwas zu Lasten des Schöngesangs, wobei Kaufmann jedoch nie die Kontrolle über die Stimme verliert. Und wie abwechslungsreich er die Strophenlieder zu gestalten versteht! Kaum zu glauben, dass es sich um eine Live-Aufnahme vor Publikum handelt.
Zitat aus dem Begleitheft zur CD:
"denn neben Schumanns "Dichterliebe" ist es der Liederzyklus, das am meisten nach einer jungen Stimme verlangt - und auch nach einer jungen Seele."
Also bald dann die "Dichterliebe", das habe ich doch jetzt richtig verstanden, oder?
Im Moment klammere ich mich noch an meine Aufnahme mit Fritz Wunderlich....noch!


1 Kommentare:
Ihnen ist bislang leider die beste Aufnahem der Müllerin entgangen: ich sage nur Ian Bostridge...
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