Montag, 15. Oktober 2012

7. Internationaler Gesangswettbewerb für Wagner-Stimmen, Finale 13.10.2012 Karlsruhe

Wie auch schon vor drei Jahren wieder ein Erlebnis für den Wagnerbegeisterten Opernfreund in Karlsruhe - ein Wettbewerbsfinale, unterhaltsam und spannend fürs Publikum, nicht zuletzt aufgrund der dezenten und informativen Moderation von Dr. Bernd Feuchtner. (Schön sein Hinweis darauf, dass die Hälfte des dargebotenen Könnens Begabung sein, die andere Hälfte aber der Dank für die Begabung - harte Arbeit). Auch er hätte für seine angenehme Stimme einen Preis verdient.

Auffallend auch wieder in diesem Jahr ist der Mangel an Heldentenören. Mit Alexander Geller hatte es ein Tenor ins Finale geschafft, allerdings stimmlich (und figürlich, groß und sehr schlank) weit entfernt vom Heldentenor. Seine Stimme erinnert an Klaus Florian Vogt, mit perlender Höhe, an diesem Abend etwas instabil. Wie zu erfahren war, hat Geller viel im Bereich Operette gearbeitet, und da ist seine Stimme wohl im Moment tatsächlich noch besser aufgehoben.

Anneli Lindfors aus Schweden bestach durch ihre Textverständlichkeit, man hätte ihr vom Fleck weg die dargebotenen Rollen (Elsa und Elisabeth) anvertraut, doch arbeitet sie in der Höhe mit viel Kraft.

Julia Rutigliano, Ensemblemitglied am Staatstheater Braunschweig, ist ein echter Hingucker, schon optisch eine Venus, doch stimmlich konnte sie erst in der zweiten Runde mehr Aufmerksamkeit erregen mit ihrer geharnischten Interpretation des Fricka-Austritts in der Walküre.

Die stimmtieferen Herren hatten es da leichter, und das Publikum mit ihnen und der Wahl schwerer.

Patrick Zielke, Ensemblemitglied am Theater Luzern, holte sich schon in der ersten Runde mit dem Landgraf aus dem "Tannhäuser" große Teile des Publikums auf seine Seite. Mir hat er in dieser Szene besser gefallen als Konstantin Gorny in der Premiere, der doch recht arg geröhrt hat und nicht immer textverständlich war. Und mit der Arie des Dalands wurde es dann richtig spannend, denn auch Sebastian Pilgrim hatte diese Arie gewählt, so war ein direkter Vergleich möglich, den Zielke meiner Meinung nach für sich entschied. Er gewann den Dorothea-Glatt-Preis.

Sebastian Pilgrim, 27 Jahre jung, stürzte sich gleich auch gestisch in den Daland, um in der zweiten Runde, eben dank seiner Gestik und Mimik, ein sehr überzeugendes Portrait des Hagen zu bieten und das Publikum damit zu begeistern. Er wurde mit dem Wolfgang-Wagner-Preis ausgezeichnet, und ich bin auf die zu erwartende Karriere dieses begabten jungen Mannes sehr gespannt.

Oleksandr Pushniak kam fast linkisch auf den Bühne und erweckt damit zunächst einen ganz anderen Eindruck, als es seiner fundierten und breiten Ausbildung sowie seiner bisherigen Karriere entspricht (Semifinalist Operalia-Wettbewerb von Placido Domingo, Preisträger European song contest Styriarte-Steirischen Musikfestival in Österreich, internationale Engagements). Die Szene des erwachenden Tristan und Kurwenal aus dem 3. Akt von "Tristan und Isolde" ließ schon eine sehr interessante Stimmfarbe und Ausdruckskraft erkennen, vielleicht fehlte es hier noch an Volumen, wohingegen er sich in der zweiten Runde freigesungen hatte und einen überaus berührenden Amfortas mit großer Textverständlichkeit darbot.
Somit hatte Pushniak nicht nur sein Können unter Beweis gestellt, sondern sich auch, im Gegensatz zu seinen Konkurrenten, die schwersten Brocken für das Finale zugemutet. Verdientermaßen erhielt es den Publikumspreis und den Preis des Richard Wagner Verbandes International.
von links nach rechts: Pushniak, Zielke, Pilgrim, Geller, Rutigliano, Lindfors

Anzumerken sei auch, dass sich die Badische Staatskappelle unter Leitung von Johannes Willig nach der abendfüllenden B-Premiere "Tannhäuser" am Vorabend und der Wiederaufnahme von "Romeo und Julia auf den Dorfe" am folgenden Tag im Laufe dieses Finalabends immer wieder flexibel auf die jeweiligen Arien und damit verbundenen Stimmungen einstellte.

Die Wettbewerbssituation selbst, mit Abstimmung und Auszählung der Publikumsstimmen, Danksagungen und Beglückwünschungen, wurde von den Verantwortlichen zügig über die Bühne gebracht, was nicht zuletzt auch angenehm für die Finalisten war.

Ein schöner, kurzweiliger und spannender Abend.

Dienstag, 9. Oktober 2012

Don Juan - Don Giovanni im Film



Don Giovanni goes Quentin Tarantino: seit 01.10.2012 auf DVD erhältlich ist diese moderne, in englisch gesungene Version des Don Giovanni, in der Hauptrolle der fesche Christopher Maltman (der ein hervorragender Liedsänger ist, ich empfehle seine Aufnahme mit Liedern von Debussy, erschienen bei Hyperion).
Außer den unten genannten Mitwirkenden sei hier vor allem auf den Cameo-Auftritt des unvermeidlichen Placido Domingo (im Trailer min 1:19) hingewiesen.
Hier geht es zur Homepage mit vielen Informationen.
Juan
Christopher Maltman (England)
Leporello
Mikhail Petrenko (Russia)
Polizeichef
Eric Halfvarson (USA)
Anna
Maria Bengtsson (Sweden)
Ottavio
Peter Lodahl (Denmark)
Elvira
Elizabeth Futral (USA)
Zerlina
Katija Dragojevic (Sweden)
Masetto
Ludvig Lindström (Sweden)

Montag, 8. Oktober 2012

Tannhäuser, 07.10.2012 Badisches Staatstheater

1983 (wow, so lange ist das schon her) hatten wir hier in Karlsruhe die letzte Tannhäuser-Inszenierung, die mir in guter Erinnerung geblieben ist. Damals wurde zum Schluss viel gejubelt, aber auch reichlich gebuht - ganz zu unrecht, wie ich damals fand.
Gestern war von Mißmut nichts zu spüren, die Inszenierung des Teams Aron Stiehl (Regie), rosalie (Raum, Lichtskulptur und Kostüme) und Stefan Woinke (Licht) stieß beim Publikum auf ungeteilte Zustimmung. Kein Wunder, traf die raffinierte Beleuchtung doch stets die Stimmung des Szene, und die darstellerische Spielfreude des Sänger machte den Sängerwettstreit der Handlung bis in die kleinste Nebenrolle lebendig. Ein Gesamtkunstwerk, ganz in Wagners Sinne.

Dabei kommt das Bühnenbild mit wenigen Mitteln aus.
Im Venusberg zwei Felsen, aufgetürmtem Tonbandsalat nicht unähnlich,
große üppige Blumen, beim näheren Hinsehen die gebauschten Röcke sich kopfüber ins Liebes-Geschehen stürzender Damen.

Venus (schwarze Perücke) ist, statt ins Liebesspiel, in die Lyrik Tannhäusers vertieft. So bildet auch die Kladde, in die der Sänger immer wieder seine poetischen Gedanken notiert, den Rahmen, in dem sich die Oper bewegt (bei der letzten Inszenierung war das die Harfe).

Später auf den "frischen Grün der Au", nach dem er sich so gesehnt hatte, begegnet Tannhäuser seinen einstigen Kollegen und Rivalen, allesamt zünftig im Trachten-Outfit, geht es doch zur Jagd (angedeutet durch die übergroßen Plastik-Schleichtiere). Nett, wie ironisch überspitzt die ersehnte heile Welt dargestellt wird.

Doch schon geht es auf der Suche nach dem Minnesänger-Superstar in die Wartburg, wo Elisabeth (blonde Perücke) sich an der teuren, mit glänzenden Blechtonnen-Sesseln eingerichteten Halle erfreut.
Und es strömt die Besucher/ das Publikum, alle in Einheitskleidung, schick, aber bitte nicht auffallen!!
Weibliche und kindliche Fans bitten die Minnesänger/ Superstars um Autogramme.
Nachdem Tannhäusers Frevel bekannt und ihm die Pilgerfahrt nach Rom nahegelegt wird, wird man aufmerksam auf seine Umhängetasche, die Notizbücher machen die Runde, allgemeine Irritation und Kopfschütteln, aber weglegen kann man die Lektüre eben doch nicht!!

Und schließlich im dritten Akt, die Felsen vom Venusberg, fast kahle Bühne, umso größer die Wirkung des Gesangs.
Die verführerisch schönen Todesengel/ Schmetterlinge, die sich Tannhäuser offenbaren, der zweite kein keusches Gegenstück zum ersten, sondern ebenso das nackte Weib.
Reinheit und Tugend ist bedeutungslos geworden, Elisabeths Opfer wohl zu langweilig, um Beachtung zu finden.
Wolfram folgt Venus, und die Pilger folgen der Poesie Tannhäusers.
Die Erotisierung der Gesellschaft.

Musikalische konnte mich der Abend nicht zu 100 Prozent überzeugen. Dies lag vor allem am Dirigenten Justin Brown. Da wurde das Vorurteil vieler bestätigt, Wagner sei einfach nur laut, so sehr griff er in die Vollen. Zu laut, oft auch im Tempo zu schnell, so unerotisch habe ich das Baccanal noch nie gehört. Dazu passte dann auch das recht zackige Ballett, kunstvoll getanzt vom Ballett des Badischen Staatstheater, allen voran Flavio Salamanca.

Unser neuer Star, Heidi Melton, übernahm die Rollen der Venus und der Elisabeth. Hatte sie mich in "Les Troyens" überrascht und begeistert, so war ich gestern überrascht und irritiert davon, wie stark ihr Vibrato seit diesem ersten Hören geworden war. Sicher, ein großes Vibrato macht ein großes Volumen, wovon sie auch reichlich Gebrauch machte. Doch ich hoffe, dass die große Zustimmung, die ihr vom Publikum zuteil wird, die junge Sängerin nicht dazu verführt, diesen gefährlichen Weg der immerzu großen, schweren Rollen zu gehen. Es wäre doch schade, wenn sich diese schöne Stimme vorzeitig verbrauchen würde.
Den größten Applaus erhielt gestern Armin Kolarczyk für seine Interpretation des Wolfram. Und das zu Recht. Ein schöne Stimme, die an der Rollenvielfalt wächst, Textverständlichkeit, Sensibilität, Darstellung, da hat alles gestimmt.
Von den anderen Sängern möchte ich vor allem Ks. Klaus Schneider (Walther) und Lucas Harbour (Biterolf) nennen, die trotz der Kürze ihrer Rollen mich mitnahmen in die Handlung, durch Textverständlichkeit, Gesang und klare Charakterisierung das Musikdrama mitgestalteten.
Tom Volz (junger Hirte) - der Junge scheint keine Nerven zu haben. Singt wie ein Engel und gestaltet seine Rolle aktiv. Weiter so, ich bin gespannt!!
Dem Tannhäuser von John Treleaven hatte ich mit Hoffen und Bangen entgegen gesehen. Dass er gestern gut disponiert war, war von den ersten Tönen an klar. Doch dass diese Partie tückisch ist, mag auch ein Grund dafür sein, dass man den Tannhäuser nicht so häufig auf den Spielplänen findet. Da müssen die Kräfte intelligent eingeteilt werden, und genau das hat John Treleaven, mit Kondition und Erfahrung, getan. Über den zweiten Akt mit den gefürchteten "erbarm dich mein" Rufen in dieser schwierigen Tessitura, bis hin in den dritten Akt zu einer Romerzählung, die ihresgleichen sucht. Es geht hier nicht um Schöngesang, sondern um Intensität. Man hätte gestern eine Stecknadel zu Boden fallen hören, so still und konzentriert war es im Publikum. Mir schlug das Herz bis zum Hals, gebannt musste ich mich nach vorne lehnen. Da war kein Sänger mehr, sondern Tannhäuser. Das ist für mich Theater, und dafür sage ich Danke schön.
Immer wieder ist es eine Freude, die Badische Staatskapelle mit ihren hervorragenden Bläsern zu hören. Und der Chor hüllte das Publikum nicht zur musikalische regelrecht ein, sondern jeder einzelne Chorsänger bewies sich als Darsteller, der das Regiekonzept mittrug.

Ein Erfolg für das Badische Staatstheater zum Beginn der neuen Spielzeit.


Donnerstag, 19. Juli 2012

"La Bohème" 17.07.2012 Münchner Opernfestspiele

Mimi winkt - Angela Gheorghiu
Joseph Calleja




Giacomo Puccini  - La Bohéme
Münchner Opernfestspiele 2012
17.07.2012

Besetzung

Mimi Angela Gheorghiu
Musetta Laura Tatulescu
Rodolfo Joseph Calleja
Marcello Levente Molnar
Schaunard Christian Rieger
Colline Goran Juric

Musikalische Leitung Dan Ettinger
Inszenierung Otto Schenk
Bühne und Kostüme Rudolf Heinrich
Chöre Stellario Fagone

Bayerisches Staatsorchester
Chor der Bayerischen Staatsoper
Kinderchor der Bayerischen Staatsoper

Mein Glück ist kaum zu fassen: ich hatte weder eine Säule noch einen Sitzriesen vor der Nase, sondern freie Sicht,  die Akustik war super, und Angela Gheorghiu hat tatsächlich gesungen.

Ich habe recht viele ihrer CD-Aufnahmen, hatte sie aber zuvor nie live gehört. Ich hatte mit so ziemlich allem gerechnet - zuallererst natürlich damit, dass sie absagt (und da war ich im Opernhaus nicht die einzige, wie ich Gesprächen entnehmen konnte). Aus Blogbeiträgen (weniger aus der offiziellen Presse) hatte ich entnommen, dass ihre Stimme sehr klein sei, sie neben dem Takt sänge und eine darstellerische Nervensäge sei.

Was soll ich sagen? Nichts davon war wahr am Dienstag Abend.
Schon bei den ersten Tönen, dem noch vor der Tür gesungenen Scusi traten mir Tränen in die Augen, was für eine unglaublich schöne Stimme. Absolut identisch mit dem, was ich von Aufnahmen kannte.
Bis auf wenige Ausnahmen (dazu komme ich später) war sie sehr gut hörbar, ihre Darstellung war rollendeckend, sie schob sich nicht in den Vordergrund, und das Tempo hatte sie mit Herrn Ettinger wohl sehr gut abgesprochen, da gab es keine Ausreißer.
Stimmlich war sie von Anfang an da, bis auf die tiefen Töne, die klingen wie mit einer anderen Stimme gesungen (die Carmen wäre wohl keine so gute Idee gewesen). Eine fantastische Technik, ein Piano zum dahinschmelzen...um es kurz zu machen, ich nenne mich jetzt einen Fan von Angela Gheorghiu. Was geht mich ihr Privatleben oder ihre Absagen an, die mich nicht betreffen? Die Sterbeszene war so berührend, wie ich sie noch nie gesehen habe, dieses leise Verlöschen des armen Mädchens.

Einzig ihre Armarbeit während der Arien ist etwas sonderbar. Ich tippe auf Eurythmie. Sie hat wohl nicht ihren Namen getanzt, sondern eher dem Dirigenten eine Botschaft vermitteln wollen. "Herr Ettinger, nicht so laut!" Dan Ettinger war wohl nicht auf der Waldorfschule und griff weiter bei jeder sich bietender Gelegenheit tief in die Forte-Kiste, wobei er nicht nur die Sopranistin, sondern vor allem die schöne lyrische Stimme von Joseph Calleja zudeckte. Ich war bei anderer Gelegenheit von Herrn Ettinger sehr angetan, aber einige Unaufmerksamkeiten hatte er sich am Dienstag geleistet, so dass es im Orchester im 1. und 3. Akt wirre Momente gab und ein paar Einsätze auf der Bühne nicht so gut klappten. Dafür gab es nach der Pause auch einige Buh-Rufe. Doch begleitete er ansonsten die Sänger sehr aufmerksam und nahm das Orchester im letzten Akt weit zurück, so war zuletzt doch wieder jeder zufrieden.

Joseph Calleja konnte ich auch das erste Mal im Opernhaus hören, ein wunderschöne, weiche Stimme, klingt sehr mühelos. Seinem Che gelida manina! konnte man entspannt lauschen (passiert mir selten bei Tenören) und er bekam dafür ehrlich mehr Applaus als Angela Gheorghiu für ihre große Arie. Darstellerisch ist er keine Kanone, und den hungernden Poeten nimmt man ihm auch nicht ab (galt aber für die ganze männliche Künstler-WG bei dieser Aufführung). Doch er hat mit seiner Partnerin schön interagiert und fügte sich wunderbar in das Ensemble ein.

Levente Molnar legte sich als Marcello darstellerisch mächtig ins Zeug (ist ja auch eine dankbare Rolle), doch gesanglich schien er mir etwas unausgewogen. Goran Juric gefiel mir als Colline sehr gut, und Schaunard (Christian Rieger, der für einige Jahre zum Ensemble des Badischen Staatstheater gehörte) war nicht nur gesanglich, sondern auch optisch rollendeckend besetzt (scheint glaubhaft, dass er Dienstmädchen betört). Laura Tatulescu hat mich erst mit ihren feurigen Ausbrüchen im 3. Akt richtig überzeugt, und das dann aber auch auf der ganzen Linie.
(am Künstlerausgang musste Laura Tatulescu später mehrfach versichern, dass sie nicht Frau Gheorghiu sei, auch wenn sie die selbe Frisur hat und sich ebenfalls schminkt wie Schneewittchen - allerdings ist sie gut 20 Jahre jünger).

Die Inszenierung von Otto Schenk ist natürlich ein El Dorado für alle regietheater-gebeutelten Zuschauer und Sänger. So nett, als hätte Puccini selbst die Vorlagen gezeichnet (wobei die Inszenierung von Gian Carlo des Monaco, die wir hier in Karlsruhe hatten, noch einen Tick schöner ist, vor allem der zweite Akt).

Der Schlussapplaus war lang und begeistert, die Sänger kamen immer wieder gerne vor den Vorhang, auch als nur noch wenige Zuschauer klatschten (und als der Applaus wieder anschwoll, deshalb viele Gäste, die schon gehen wollten, wieder zurück in den Zuschauerraum eilten). Vielleicht auch nur, um Mimi/Angela Gheorghiu nochmal zurück zu winken - dieses Winken ist eine nette Art, mit dem Publikum auf den billigen Rängen Kontakt aufzunehmen!



Montag, 30. April 2012

Galakonzert Thomas Hampson - Luca Pisaroni, Heidelberger Frühling 29.04.2012

Programm:
"Le nozze di Figaro"(Mozart)
Ouvertüre (Orchester)
Tutto e´disposto...Aprite un po`quegl`occhi  (Pisaroni)
Hai gia`vinta la causa (Hampson)
"Carmen" (Bizet)               
Prelude (Orchester)
"Faust" (Gounod)       
Vous qui faites l´endormie  (Pisaroni)
"Herodiate" (Massenet) 
Vision Fugitive (Hampson)
"I Puritani" (Bellini)   
Il rival salvar..Suoni la tromba (Duett)
 -----
"Don Carlo" (Verdi)  
Restate (Duett)
"Macbeth" (Verdi)     
Ballabilli (Orchester)
Perfidi...Pieta`, Rispetto (Hampson)
"Maometto II" (Rossini) 
Sorgete...Duce di tanti eroi (Pisaroni)
"Attila" (Verdi)     
Uldino...Tardo per gl`anni (Duett)
 ----
Zugabe: Don Pasquale (Donizetti) Cheti cheti immantinente (Duett)

Thomas Hampson (Bariton), Luca Pisaroni (Bassbariton)
WDR Rundfunkorchester, Massimo Zanetti (Leitung)
Ein rundum gelungener Abend, mit gut aufgelegten Musikern und einem begeisterten Publikum.

Luca Pisaroni konnte gestern zeigen, was für ein ausgesprochen eleganter Mozart- und Belcantosänger er ist. Fein nicht nur in Ausdruck und Gestaltung, sondern auch im Auftreten, fein auch im Humor, mit dem er seinen Vortrag würzt. Das große Volumen fehlt ihm noch, aber mit den Verdi-Opern hat es ja auch noch Zeit (da hat er ja mit seinem Schwiegervater Thomas Hampson, mit dem er sich offensichtlich blendend versteht, einen guten Ratgeber an der Seite). Seine Stimme wurde zwar an manchen Stellen vom Orchester übertönt, doch ist er so klug, nicht zu forcieren, um seiner Stimme nicht zu schaden.

Thomas Hampson - mit Bravo-Rufen begrüßt - überrascht mich immer wieder.Ich hatte den Eindruck, dass seine Stimme an Volumen gewonnen hat, die großen Bögen in "Vision Fugitive" waren atemberaubend. Von den Anstrengungen der vergangenen Wochen beim "Heidelberger Frühling" keine Spur!

Beide Sänger gemeinsam - da spürt man, dass die Chemie stimmt. Bei den Arien aus "Figaros Hochzeit" begann ich von einer Inszenierung mit den beiden Herren in den Hauptrollen zu träumen, ich bin mir sicher, dass diese Aufführung Maßstäbe setzen würde. Auch wenn Pisaroni noch ein ziemlich junger König Philipp II  ist, war es doch beeindruckend, wie es großen Sängern auch im Konzert gelingt, Atmosphäre wie auf der Opernbühne zu schaffen.

Das alles wäre nicht möglich gewesen ohne die Aufmerksamkeit und Unterstützung von Massimo Zanetti und dem WDR Rundfunkorchester. Ich weiß nicht, wie lange die Künstler miteinander proben durften, aber das Ergebnis war Musizieren wie aus einem Guss zur großen Freude des Publikums.
Und mit der Zugabe aus Donizettis "Don Pasquale" riss es uns nicht nur sprichwörtlich von den Sitzen, standing ovations, die Sänger und der Dirigent entschieden sich dafür, das Duett zu aller Freude zu wiederholen. Auch wenn ich gerne noch sitzengeblieben wäre, um mir noch ein halbes Duzend weitere Zugaben anzuhören, eine Steigerung wäre nicht mehr möglich gewesen. Heiter wurden wir in den Abend entlassen.

Donnerstag, 26. April 2012

29.04.2012 Live-Stream vom "Heidelberger Frühling": Operngala Thomas Hampson und Luca Pisaroni

Das Konzert mit Opernarien wird am 29.04.2012 ab 18.00 Uhr live ins Internet übertragen.
Ich werde vor Ort sein (hoffentlich sitze ich nicht gerade neben einer schwenkenden Kamera ;))

Donnerstag, 8. März 2012

Rolando Villazon als Musikpate bei "Dein Song" auf Kika

Gerade sagt Tochter Nr. 3 zu mir:
"Mama, bei "Dein Song" ist jemand von der Oper dabei, den Du kennst. Der hat so schwarze Locken!"
Tatsächlich, Rolando Villazon ist Musikpate (neben Till Brönner, Laith Al-Deen u.a.).

Nachwuchskomponisten präsentieren bei diesem Sendeformat ihre Songideen,
werden von Musikpaten bei der Ausarbeitung ihrer Einfälle unterstützt
und müssen vor einer Jury bestehen.
Hier wird nicht nach der besten Stimme oder der besten Präsentation, Hüftschwung oder sonstigem Gedöns gesucht, sondern tatsächlich nach einem guten Lied. 
Montags bis donnerstags, 19.45 Uhr auf Kika.

Nachtrag: 
Der Song "Ich bin ein Pinguin"